Tiergestützte Therapie – Professionelle Unterstützung mit Tieren

Wenn Tiere therapeutische Prozesse begleiten

Tiere können Menschen auf besondere Weise erreichen. Sie schenken Nähe, vermitteln Sicherheit und schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre. Gerade in schwierigen Lebenssituationen oder während einer Therapie kann diese besondere Beziehung dazu beitragen, Motivation zu fördern und therapeutische Prozesse positiv zu begleiten.

Die tiergestützte Therapie nutzt genau diese Wirkung – jedoch immer mit einer klaren therapeutischen Zielsetzung, einer fachlichen Qualifikation und einer individuellen Behandlungsplanung.

Auf dieser Seite erfährst du, was tiergestützte Therapie bedeutet, welche Ziele sie verfolgt und wodurch sie sich von der tiergestützten Pädagogik oder tiergestützten Aktivitäten unterscheidet.

Tiergestützte Therapie

Kurz erklärt:
Die tiergestützte Therapie ist ein Teilbereich der tiergestützten Intervention. Sie verfolgt individuell festgelegte therapeutische Behandlungsziele und wird ausschließlich von therapeutisch qualifizierten Fachkräften durchgeführt. Das Tier unterstützt den therapeutischen Prozess und trägt dazu bei, körperliche, psychische, soziale oder kognitive Fähigkeiten gezielt zu fördern.

 

Was ist tiergestützte Therapie?

Die tiergestützte Therapie ist ein Teilbereich der tiergestützten Intervention.

Sie beschreibt den zielgerichteten Einsatz eines geeigneten Tieres innerhalb eines therapeutischen Prozesses, der von entsprechend qualifizierten Fachkräften geplant, durchgeführt und dokumentiert wird.

Im Mittelpunkt steht nicht das Tier selbst, sondern die therapeutische Unterstützung eines Menschen mit individuellen Zielen und Maßnahmen.

Tiergestützte Therapie wird beispielsweise eingesetzt, um motorische Fähigkeiten zu fördern, Sprache anzuregen, emotionale Stabilität zu unterstützen oder soziale Kompetenzen zu stärken.

Jede therapeutische Einheit orientiert sich an einem zuvor festgelegten Behandlungsziel und wird fachlich begleitet sowie regelmäßig dokumentiert und ausgewertet.

Ziele der tiergestützten Therapie

Je nach Fachbereich und individuellen Bedürfnissen können unterschiedliche Ziele verfolgt werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Förderung der emotionalen Stabilität
  • Verbesserung sozialer Kompetenzen
  • Unterstützung der Sprachentwicklung
  • Förderung der Motorik
  • Verbesserung der Konzentration
  • Aufbau von Selbstvertrauen
  • Förderung der Wahrnehmung
  • Stressreduktion
  • Motivation für therapeutische Übungen
  • Unterstützung der Alltagsbewältigung

Die Ziele werden individuell festgelegt und regelmäßig überprüft.

Wer darf tiergestützte Therapie durchführen?

Die tiergestützte Therapie wird von entsprechend qualifizierten Fachkräften durchgeführt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • Logopädinnen und Logopäden
  • Ärztinnen und Ärzte
  • Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (je nach Qualifikation)
  • weitere therapeutische Fachkräfte mit entsprechender Weiterbildung

Neben der therapeutischen Ausbildung ist eine fundierte Qualifikation im Bereich der tiergestützten Intervention wichtig.

Ebenso entscheidend ist ein sorgfältig ausgebildetes und geeignetes Tier.

Welche Tiere kommen in der tiergestützten Therapie zum Einsatz?

Je nach Zielsetzung können unterschiedliche Tierarten therapeutische Prozesse begleiten.

Häufig eingesetzt werden:

🐶 Hunde

🐴 Pferde

🫏 Esel

🐇 Kaninchen

🐹 Meerschweinchen

🐐 Ziegen

🦙 Alpakas

🐷 Schweine

Jede Tierart bringt individuelle Stärken mit.

Während Hunde häufig Nähe und Motivation fördern, unterstützen Pferde beispielsweise Gleichgewicht, Körperwahrnehmung und Selbstvertrauen. Esel beeindrucken durch ihre Ruhe und Gelassenheit, während Kleintiere besonders gut für behutsame Kontaktaufnahmen geeignet sein können.

In welchen Bereichen wird tiergestützte Therapie eingesetzt?

Tiergestützte Therapie findet in vielen Einrichtungen statt.

Beispielsweise in:

  • Praxen für Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Psychotherapie
  • Rehabilitationszentren
  • Kliniken
  • Frühförderstellen
  • Fördereinrichtungen
  • Hospizen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Die Therapie richtet sich dabei immer nach den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Person.

Unterschied zwischen tiergestützter Therapie und tiergestützter Pädagogik

Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt.

Obwohl beide Bereiche Tiere gezielt einsetzen, verfolgen sie unterschiedliche Ziele.

Beide Bereiche ergänzen sich, verfolgen jedoch unterschiedliche fachliche Schwerpunkte.

Das Wohl des Tieres steht an erster Stelle

Ein Tier ist kein Therapiegerät.

Es ist ein fühlendes Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen.

Deshalb gehören regelmäßige Pausen, Rückzugsmöglichkeiten, Gesundheitsvorsorge und eine kontinuierliche Beobachtung des Wohlbefindens zu jeder professionellen tiergestützten Therapie.

Nur wenn sich das Tier wohlfühlt und freiwillig mitarbeitet, kann eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zusammenarbeit entstehen.


Unsere Haltung bei PfotenPädagogik

Der Schwerpunkt von PfotenPädagogik liegt auf der tiergestützten Pädagogik.

Dennoch ist es uns wichtig, auch über andere Bereiche der tiergestützten Intervention zu informieren.

Nur wenn die Unterschiede zwischen Pädagogik, Therapie, Förderung und Aktivitäten verstanden werden, können Tiere verantwortungsvoll und fachlich korrekt eingesetzt werden.

Ein respektvoller Umgang mit Mensch und Tier bildet dabei immer die Grundlage.

Kann jede Person tiergestützte Therapie anbieten?

Nein. Tiergestützte Therapie setzt eine therapeutische Grundqualifikation sowie eine entsprechende Weiterbildung im Bereich der tiergestützten Intervention voraus.


Ist tiergestützte Therapie dasselbe wie tiergestützte Pädagogik?

Nein.

Während die tiergestützte Pädagogik Bildungs- und Entwicklungsprozesse begleitet, verfolgt die tiergestützte Therapie konkrete therapeutische Ziele und wird ausschließlich von entsprechend qualifizierten Fachkräften durchgeführt.


Müssen Tiere speziell ausgebildet sein?

Ja.

Nicht jedes Tier eignet sich für therapeutische Einsätze. Neben einem geeigneten Wesen sind eine sorgfältige Ausbildung, regelmäßiges Training und eine kontinuierliche Gesundheitsvorsorge unverzichtbar.

Fazit

Tiergestützte Therapie verbindet therapeutisches Fachwissen mit der positiven Wirkung der Mensch-Tier-Beziehung.

Sie kann Menschen dabei unterstützen, individuelle Ziele zu erreichen, Motivation zu fördern und neue Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Gleichzeitig trägt sie eine besondere Verantwortung gegenüber dem eingesetzten Tier. Nur wenn Mensch und Tier gleichermaßen respektiert und geschützt werden, kann tiergestützte Therapie ihr volles Potenzial entfalten.