Tiergestützte Förderung – Individuelle Entwicklung mit der Unterstützung von Tieren
Entwicklung stärken – Schritt für Schritt
Jeder Mensch entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Manche benötigen dabei nur wenig Unterstützung, andere profitieren von einer gezielten Begleitung, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue Kompetenzen zu erwerben.
Die tiergestützte Förderung nutzt die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier, um genau diese individuellen Entwicklungsprozesse zu begleiten. Tiere schaffen Vertrauen, motivieren, geben Sicherheit und eröffnen oft neue Zugänge, die ohne ihre Unterstützung nur schwer erreichbar wären.
Dabei steht immer der Mensch mit seinen persönlichen Stärken, Bedürfnissen und Zielen im Mittelpunkt.
💡 Kurz erklärt💡
Tiergestützte Förderung ist ein Teilbereich der tiergestützten Intervention. Sie unterstützt Menschen durch den gezielten Einsatz von Tieren in ihrer individuellen Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die Förderung vorhandener Fähigkeiten, die Stärkung persönlicher Ressourcen und die Begleitung von Entwicklungsprozessen – jedoch ohne medizinische oder therapeutische Behandlungsziele.
Was ist tiergestützte Förderung?
Die tiergestützte Förderung ist ein Teilbereich der tiergestützten Intervention und beschreibt den zielgerichteten Einsatz von Tieren zur Unterstützung individueller Entwicklungs- und Förderprozesse.
Im Gegensatz zur tiergestützten Therapie verfolgt sie keine medizinischen oder therapeutischen Behandlungsziele. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf der Förderung vorhandener Fähigkeiten sowie der Unterstützung der persönlichen Entwicklung.
Die Angebote werden geplant, durchgeführt und an die Bedürfnisse der jeweiligen Person angepasst. Je nach Einsatzbereich können sie regelmäßig stattfinden oder in bestehende pädagogische oder soziale Angebote integriert werden.
Ziele der tiergestützten Förderung
Je nach Alter, Lebenssituation und Förderbedarf können unterschiedliche Ziele im Mittelpunkt stehen.
Häufige Förderziele sind:
- Entwicklung sozialer Kompetenzen
- Förderung der Kommunikation
- Verbesserung der Konzentration
- Stärkung der Wahrnehmung
- Förderung der Fein- und Grobmotorik
- Aufbau von Selbstvertrauen
- Unterstützung emotionaler Kompetenzen
- Förderung von Verantwortungsbewusstsein
- Verbesserung der Selbstständigkeit
- Motivation für Lern- und Entwicklungsprozesse
Jeder Förderplan orientiert sich an den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen der teilnehmenden Person.
Für wen eignet sich tiergestützte Förderung?
Tiergestützte Förderung kann Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen begleiten.
Sie wird beispielsweise eingesetzt bei:
- Kindern im Vorschulalter
- Schulkindern
- Jugendlichen
- Erwachsenen
- Seniorinnen und Senioren
- Menschen mit besonderem Förderbedarf
- Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen
- Menschen mit sozialen oder emotionalen Herausforderungen
Die Förderung wird dabei immer individuell geplant und an die jeweilige Situation angepasst.
Welche Tiere kommen zum Einsatz?
Je nach Zielsetzung können verschiedene Tierarten eingesetzt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
🐶 Hunde
🐴 Pferde
🫏 Esel
🐰 Kaninchen
🐹 Meerschweinchen
🐔 Hühner
🐐 Ziegen
🐑 Schafe
🦙 Alpakas
🐷 Schweine
Jede Tierart bringt unterschiedliche Eigenschaften mit und kann verschiedene Förderziele unterstützen.
Entscheidend ist nicht das Tier selbst, sondern die fachlich geplante und verantwortungsvolle Gestaltung der Förderung.
Beispiele aus der Praxis
Tiergestützte Förderung kann ganz unterschiedlich aussehen.
Zum Beispiel:
Förderung der Sprache
Ein Kind erzählt einem Hund eine Geschichte oder beschreibt gemeinsam Bilder. Die entspannte Atmosphäre erleichtert vielen Kindern das freie Sprechen.
Förderung der Motorik
Beim Führen eines Hundes, dem gemeinsamen Parcours oder dem Putzen eines Ponys werden Bewegungsabläufe spielerisch geübt.
Förderung sozialer Kompetenzen
Gemeinsame Aufgaben rund um das Tier fördern Teamarbeit, Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung.
Förderung emotionaler Kompetenzen
Kinder lernen, Gefühle wahrzunehmen, Verantwortung zu übernehmen und die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens zu erkennen.
Unterschied zwischen tiergestützter Förderung, Pädagogik und Therapie
Diese Begriffe werden häufig verwechselt, unterscheiden sich jedoch in ihren Zielen und Arbeitsweisen.
Tierwohl als Grundlage
Eine erfolgreiche Förderung beginnt immer beim Tier.
Das eingesetzte Tier arbeitet nicht "für" den Menschen, sondern begleitet den Förderprozess.
Deshalb sind regelmäßige Ruhezeiten, Rückzugsmöglichkeiten, Gesundheitsvorsorge und eine genaue Beobachtung des Verhaltens unverzichtbar.
Nur wenn sich das Tier wohlfühlt, kann eine vertrauensvolle und nachhaltige Zusammenarbeit entstehen.
Unsere Haltung bei PfotenPädagogik
Der Schwerpunkt von PfotenPädagogik liegt auf der tiergestützten Pädagogik mit Hunden.
Dennoch sehen wir die tiergestützte Förderung als wichtigen Bestandteil der tiergestützten Intervention. Viele pädagogische Angebote enthalten fördernde Elemente, die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen können.
Uns ist wichtig, die verschiedenen Fachbereiche verständlich zu erklären und aufzuzeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten des tiergestützten Arbeitens sind.
Ist tiergestützte Förderung eine Therapie?
Nein.
Die tiergestützte Förderung verfolgt keine therapeutischen Behandlungsziele. Sie unterstützt die individuelle Entwicklung und ergänzt pädagogische oder soziale Angebote.
Kann tiergestützte Förderung in der Kita stattfinden?
Ja.
Viele Kindertagesstätten integrieren tiergestützte Förderangebote in ihren pädagogischen Alltag. Dabei stehen individuelle Entwicklungsziele, soziale Kompetenzen und positive Lernerfahrungen im Mittelpunkt.
Welche Tiere eignen sich für die Förderung?
Das hängt von den Zielen, den Rahmenbedingungen und den Fähigkeiten des Tieres ab. Hunde sind besonders häufig im Einsatz, aber auch Pferde, Esel, Kaninchen, Hühner oder Alpakas können wertvolle Begleiter sein.
Fazit
Die tiergestützte Förderung verbindet die positiven Wirkungen der Mensch-Tier-Beziehung mit einer gezielten Unterstützung individueller Entwicklungsprozesse.
Sie schafft motivierende Lern- und Fördermöglichkeiten, stärkt persönliche Ressourcen und eröffnet neue Wege des gemeinsamen Lernens.
Mit einer sorgfältigen Planung, fachlicher Kompetenz und einem verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Tier kann sie einen wertvollen Beitrag zur persönlichen Entwicklung leisten.
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